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Teil 4

Teil 5

Nach einer langen, heißen Dusche fühlte John sich deutlich besser, wenn auch ungewöhnlich schlapp. Er trocknete sich ab, schlang ein Handtuch um die Hüften und trat ans Waschbecken.

Plötzlich schoss ein brennendes Stechen durch seine Arme, ließ ihn nach Luft schnappen. Okaaay – das hatte absolut nichts mit der wohlbekannten Muskelschwere und dem leichte Ziehen nach einem guten Workout zu tun. Er lehnte sich an die kühlen Wandfliesen, versuchte sich zu entspannen und atmete tief durch. Der Schmerz ebbte ab, verschwand aber nicht völlig.

Vielleicht sollte er Carson um ein paar Tabletten bitten? Mit zitternden Fingern wischte er sich kalten Schweiß von der Stirn.

Nein, lieber nicht. Das würde nur wieder endlose Checks von Kopf bis Fuß bedeuten, da der Doc bestimmt sofort nach einem Zusammenhang mit dem Strahl suchen würde. Sein Abend mit Rodney wäre dann gelaufen.

Er griff nach einem zweiten Handtuch, wischte sich übers Gesicht und rubbelte die Haare trocken. Ein pulsierendes Brennen in seinem Nacken ließ ihn aufstöhnen und krampfhaft die Augen schließen. Feurige Kreise tanzten hinter seinen Lidern, er ließ das Handtuch fallen und klammerte sich am Waschbecken fest.

Sobald der Schmerz etwas nachließ, schleppte er sich in den Schlafraum und kramte hastig in seinem Nachtschränkchen. Hatte er nicht noch …? Ja! Mit bebenden Fingern öffnete er die Packung Tylenol. Nicht das starke Zeug, das Carson hatte, aber besser als nichts.

Er schluckte zwei und nach einem kleinen Augenblick des Überlegens zwei weitere Tabletten und spülte sie im Bad mit Wasser hinunter. Es dauerte nicht lange bis die Wirkung einsetzte und die Schmerzattacken zu einem kaum wahrnehmbaren Ziehen in seinen Muskeln und Gelenken dämpfte.

Sorgfältig rasierte er sich und schlüpfte in Boxershorts und Jeans. Nach einem Moment des Überlegens wählte er sein elegantes, dunkelblaues Hemd und ließ die obersten drei Knöpfe offen. Er verbrachte ein paar Minuten mehr als sonst vor dem Spiegel und musterte sein Äußeres dann kritisch. Erst als er zu dem Flakon mit dem Aftershave griff, wurde ihm bewusst, was er da tat.

Er stylte sich für einen Spieleabend mit Rodney McKay.

Seine Hand, die das Fläschchen hielt, zitterte leicht, aber der erwartete Panikanflug, der Reflex wegzulaufen, den er bei dieser Art Selbsterkenntnis eigentlich haben müsste, blieb aus. Stattdessen spürte er ein angenehmes Kribbeln in der Magengrube. Vorfreude, Erwartung, ein Hauch Nervosität.

Welchen Grund hatte er auch zur Panik? Rodneys Reaktion heute, die offensichtliche Erleichterung darüber, dass nichts zwischen ihm und Dr. Martins lief, bestärkte John in der Hoffnung, dass Rodney nicht schreiend davonlaufen würde, wenn ihm klar wurde, dass John mehr als Freundschaft wollte.

Entschlossen verteilte er etwas Aftershave auf Gesicht und Hals. Es war höchste Zeit, dass er etwas unternahm. Ein nicht wirklich rational erklärbares „Jetzt oder nie“–Gefühl schlich sich unter seine Haut, machte ihn in einem Maße unruhig, das der Situation keinesfalls angemessen war.

Das war mehr als nur das wohlbekannte Flattern im Bauch vor einem … Date.

Er ging in den Schlafraum und warf einen Blick auf den Wecker. Noch über eine Stunde bis zu seinem Treffen mit Rodney. Zu lang, viel zu lang. Rastlos wanderte er vor dem Bett auf und ab. Er konnte keine Stunde mehr warten.

Er schloss die Augen, atmete tief durch und versuchte die bohrende Unruhe niederzukämpfen.

Zwecklos. Das Gefühl, dass er sofort handeln musste, wurde immer stärker.

Ihm lief die Zeit davon.

Er konnte nicht mehr warten. Auch wenn er sich nicht erklären konnte, warum es plötzlich so dringlich war – es war so und das reichte ihm.

Einen Augenblick später war er auf dem Weg zu Rodney.


***



John ging in die Messe, schnappte sich zwei Truthahn-Sandwiches und zwei Flaschen Wasser. Wie er McKay kannte, brütete er schon wieder über den Entdeckungen der letzten Tage und hatte sicher noch nicht gegessen. Vielleicht gelang es ihm ja, Rodney etwas früher aus dem Labor zu locken. Gut, das war gut. Dieser Plan dämpfte die kribbelnde Unruhe in seinem Bauch wieder etwas.

Wie erwartet fand er McKay vor drei Laptops, mit einer tiefen Falte auf der Stirn und missmutig hängenden Mundwinkeln. Er sah kurz auf, als John das Labor betrat und sein Gesicht erhellte sich sofort bei seinem Anblick. Oder beim Anblick des Essens.

„Oh, großartig.“ Rodney rieb sich die Hände und deutete auf die Sandwiches. „Ich hoffe, eines davon ist für mich?“

Also Letzteres. Typisch McKay. John grinste schief.

„Sicher“, bemerkte er, setzte sich auf den Stuhl neben Rodney und schob ihm eines der Sandwiches und eine Wasserflasche zu. „Bedien dich.“

„Gut, ich bin am Verhungern.“ Gierig öffnete Rodney die Plastikverpackung und warf einen raschen Blick auf die Uhr. „Wollten wir uns nicht erst um neun treffen?“, fragte er.

„Soll ich wieder gehen?“, fragte John mit milder Ironie.

„Wie? Nein, nein natürlich nicht.“ Rodney sah auf, mit den Gedanken sichtlich noch bei seiner Arbeit, doch dann wurden seine Augen groß. Sein Blick blieb an Johns frisch rasiertem Gesicht hängen, flackerte hinab zum offenen Hemdkragen und zurück, ehe Rodney ihn wieder rasch auf sein Essen senkte Das Ganze dauerte nur Sekundenbruchteile, doch Rodneys Emotionen waren deutlich zu lesen: Überraschung, Verlangen, Verlegenheit.

Johns Finger, die das Sandwich auspackten, waren plötzlich unbeholfen.

McKay nahm einen zu großen Bissen von seinem Brot und sagte zusammenhanglos und mit vollem Mund: „Zelenka. Er kommt noch vorbei, in ein paar Minuten und …“, er deutete auf das Essen. „danke, außerdem.“

„Gern geschehen.“ John nickte zu dem Laptop hinüber, der ihm am Nächsten war. „Was Neues?“, fragte er, obwohl er wusste, dass McKay mit Neuigkeiten jedweder Art schon längst herausgeplatzt wäre.

„Nein.“ Rodney kaute und griff nach der Wasserflasche. „Im Gegenteil, alle Spuren, die wir hatten, enden in einer Sackgasse.“ Ungeöffnet stellte er die Flasche wieder auf den Tisch und benutze seine Finger zum Aufzählen. „Die Inschrift – nicht zu entschlüsseln, beziehungsweise absolut sinnlos. Die Gateadresse – Sackgasse, wie du selbst schon bemerkt hast. Carsons Untersuchungen – ohne Ergebnis. Der Säulenraum selbst – Sackgasse.“ Er seufzte.

John nickte und biss in sein Sandwich. „Das bleibt dann wohl eines der ungelösten Rätsel dieser Galaxie.“

Der lange Blick den Rodney ihm zuwarf, zeigte deutlich, was der Wissenschaftler von ungelösten Rätseln und Johns Bereitwilligkeit, sich damit abzufinden, hielt. Eine Weile aßen sie in geselligem Schweigen.

„Hey“, sagte McKay plötzlich, schluckte den letzten Bissen hinunter und schob den Laptop so zu John hin, dass er den Bildschirm sehen konnte. „Hast du dir die Übersetzung der Inschrift schon angeschaut? Ich meine, es ist nur ein Versuch, aber da du die Gateadresse lesen konntest, vielleicht …“ Rodney rutschte näher an ihn heran, versuchte über Johns halb gegessenes Sandwich hinweg die Maus zu erreichen und hätte dabei fast die Wasserflasche umgestoßen.

„Warte.“ Rasch stand er auf, trat hinter John und langte über seine Schulter. „Besserer Winkel“, erläuterte er, während er die Maus bewegte und einen Ordner anklickte. Sein bloßer Arm streifte Johns und die sanfte Berührung schien kleine elektrische Ladungen durch seinen Körper zu senden.

„Entschuldige.“ Rodney erstarrte mitten in der Bewegung und eine leichte Röte breitete sich auf seinem Gesicht aus. Er rückte etwas von John ab und bediente die Maus aus einem jetzt fast unmöglichen Winkel.

„Ich kann auch mit einem Computer umgehen, weißt du?“, bemerkte John und hoffte, dass es gelassen-amüsiert und nicht so atemlos klang, wie er sich fühlte. „Soll ich …?“ Seine Finger stießen gegen Rodneys und beide zuckten zurück, als hätten sie sich verbrannt.

„Nein, nein, nein, du weißt nicht wo … bis ich dir …“, stammelte Rodney, schluckte und sagte dann: „Bis ich dir erkläre, wo ich das abgelegt habe …“ Er öffnete einen weiteren Ordner, dann eine Datei. „Hier.“ Hastig trat er einen Schritt zurück.

John blickte auf den Bildschirm. Links die Symbole von der Säule, rechts einige Sätze in Antiker-Schrift, dann die Übersetzung, die tatsächlich wenig Sinn ergab. Und die Symbole … John holte tief Luft, als er merkte, dass sie ihm plötzlich vertraut erschienen, dass der Schlüssel zum Verständnis dieses Textes irgendwo in ihm war, er musste nur herausfinden wie …

„Es klingt wie ein Gedicht“, bemerkte Rodney. „Elizabeth sagt, dass die Zeilen sich reimen, aber …“

John hob die Hand in einer knappen Bewegung, bedeutete Rodney den Mund zu halten.

„Was?“, flüsterte McKay. „Sheppard, kannst du …?“

„Ruhe, McKay“, erwiderte er knapp.

„Okay, okay, ich bin ruhig.“

John heftete seinen Blick auf den Monitor, konzentrierte sich völlig auf die Zeichen. Das Jetzt und Hier - Rodneys ablenkende Präsenz neben ihm, das stete, dumpfe Summen der Geräte im Labor, er selbst – versank in Bedeutungslosigkeit, als sich die Symbole vor seinen Augen in verständliche Buchstaben zu wandeln schienen.

Es war Das Lied.

Bilder drängten sich in seinen Geist. Erinnerungen an sanfte Hügel, bedeckt mit Gras so weit das Auge reichte, an die Stimme seiner Mutter, wie sie ihm Das Lied vorsang, so, wie alle Mütter auf Tenari es ihre Kinder lehrten. Das Lied, das die Geschichte ihres Volkes erzählte, das von den tiefen Wäldern und dem sanften Regen auf Tenari handelte – und von den Schiffen, die pfeilschnell über die Felder flogen, die Sonne verdunkelten und den Tod brachten. Von den Wraith. Von Zeit, die kostbarer war als das rötlich glänzende Masii-Metall in den Bergen, Zeit, die unwiderruflich verrann, schnell, viel zu schnell …

„Sheppard? Was ist?“

Der fordernde Ton der Stimme drängte sich in die Erinnerungen. Er blinzelte, als die vertraute Umgebung wieder vor seinen Augen Gestalt annahm. Das Labor mit seinen Geräuschen und dem künstlichen Licht. Atlantis.

Jemand berührte seine Schulter.

Rodney.

John rieb sich kurz die Augen, versuchte sich das, was er eben gesehen hatte, ins Gedächtnis zurückzurufen, aber die Bilder waren undeutlich, schemenhaft, als würde er durch dichten Nebel blicken. Lediglich ein ruheloses Drängen wisperte in seinem Kopf, schien sich wie Elektrizität in seinem Körper auszubreiten, lud seine Zellen mit kribbeliger Rastlosigkeit.

„Und, kannst du es entschlüsseln?“ McKay klang erwartungsvoll.

John blinzelte, holte tief Luft und das Drängen wurde zu einem gedämpften Pulsieren am Rande seiner Wahrnehmung. Noch da, aber nicht mehr überwältigend.

„Nein“, erwiderte John automatisch, ohne auch nur einen Augenblick nachzudenken. Er wandte den Kopf und sah direkt in Rodneys Augen. In seine sehr blauen Augen.

John schluckte.

„Oh, das ist … schade“, erwiderte McKay enttäuscht. „Ich dachte, weil du eben so gewirkt hattest, als …“ Er sah John forschend an. „Du bist sicher, ja?“

John biss sich auf die Lippe und senkte den Blick. Es war sinnlos, diese Symbole zu entschlüsseln, so viel war ihm klar. Zeitverschwendung. Und er wollte keine Sekunde mehr verschwenden.

Er rieb sich die Stirn und sah dann zu Rodney hoch. „Ja, ich bin sicher. Tut mir leid.“ Schnell rutschte er zur Seite und machte Platz vor dem Computer.

„Hm, gut. Nun, eigentlich nicht, aber …“ Rodney beugte sich über den Laptop, einen Arm auf den Tisch gestützt und schloss die Datei wieder. Gebannt betrachtete John das Spiel von Rodneys Muskeln unter dem T-Shirt. Sein Mund wurde trocken.

Nach einem Moment richtete sich McKay wieder auf und sagte etwas zu beiläufig: „Du warst einen Moment wie weggetreten, eben. Alles okay?“

John nickte. „Ja, bestens.“ Er zwang sich zu einem schiefen Grinsen und einem leichten Tonfall. „Und man nennt das ‚Konzentration', McKay.“

„Hm.“ Rodney warf ihm einen zweifelnden Blick zu, beschäftigte sich mit Laptop Nummer zwei und ließ seine Finger über die Tastatur tanzen. „Hör zu, wir können nachher auch einen Film gucken oder so. Ich meine …“, er gestikulierte ausdrucksvoll in Johns Richtung, „du siehst müde aus. Nicht dass es sonst heißt, ich hätte einen Vorteil bei unserem Spiel gehabt, weil du nicht ganz auf der Höhe warst.“ Er schloss das Programm, fuhr den Laptop herunter und blickte John fragend an.

„Film klingt gut“, brachte John heraus, ließ seinen Blick von Rodneys agilen Fingern über seine Arme und Schulter wandern. Sein Herz pochte schnell und hart und es war so, als fühle er mit jedem rhythmischen Schlag das Verstreichen der Zeit in seinem Blut. Minuten und Sekunden, die unaufhaltsam durch seine Adern rannen.

Rodney zu berühren war plötzlich eine Notwendigkeit, unaufschiebbar. Er stand er auf und machte einen Schritt auf ihn zu, stand ihm direkt gegenüber.

John wusste nicht, was Rodney in diesem Moment in seinem Gesicht sah, aber seine Augen weiteten sich und er wich zurück, bis er mit dem Rücken gegen den Tisch stieß.

„Ähm … okay, dann …“ Rodney lächelte nervös. „Film, ja? Und welcher? Du … du kannst wählen.“

Tu es, tu es, tu es, rauschte und wisperte es in seinem Blut. Es gibt kein Morgen …

Er hob seine Hand und legte sie auf Rodneys Unterarm, ließ seine Finger sanft zum Ellbogen hinaufwandern, streichelte mit dem Daumen die empfindliche Haut auf der Innenseite.

Wie hypnotisiert starrte Rodney auf Johns Finger und platzte heraus: „Mein Gott, das war Flirten! Heute, auf dem Planeten. Du hast mit mir geflirtet! Ich war mir zuerst nicht sicher, aber … aber jetzt …“ Er entzog ihm den Arm nicht, stand aber wie versteinert einfach nur da, mit einem Ausdruck fassungslosen Staunens.

„Ja, genau “, wisperte John, verstärkte seinen Griff, trat noch näher und umfasste mit der anderen Hand Rodneys rechten Oberarm. Er wusste, wie es wirkte, wirken musste - seine Finger, die sich zu hart in Rodneys Fleisch gruben, der drängende, verzweifelte Ton seiner Stimme, sein schneller Atem, sein Körper, der Rodney die Rückzugsmöglichkeit nahm, ihn unbarmherzig gegen den Tisch drängte - aber er konnte nicht warten, nicht noch länger. John holte tief und zitternd Luft.

Rodney blickte auf, sah ihn direkt an, seine Augen sehr groß und sehr, sehr nah. Er schluckte hart. Seine Stimme war unsicher, aber unerwartet weich. „Hey, es ist okay. Ich … hab nicht vor wegzulaufen.“ Ein Lächeln erschien auf seinen Lippen und John spürte, wie Rodney sich etwas entspannte. „Ich bin schließlich kein Idiot.“

John blinzelte und nickte. Nur zögernd lockerte er seinen Griff. Als sich ihre Lippen berührten, konnte John nicht sagen, wie genau es geschehen war. Hatte er sich bewegt, um die letzten trennenden Zentimeter zwischen ihnen zu überwinden? Oder Rodney? Oder sie beide?

Er wusste nur, dass sie sich küssten, endlich, endlich, dass er seine Lippen gegen Rodneys presste, nicht sanft, sondern hungrig, gierig, mit der Ungeduld und dem Verlangen, das schon viel zu lange in ihm brannte.

Rodney erwiderte die Küsse vorsichtig, ungläubig, seine Arme hingen an seinen Seiten, als würden sie nicht zu ihm gehören, als wüsste er nicht wohin mit seinen Händen, in einem Moment wie diesem.

John grub seine Finger in Rodneys Oberarme. Frustriert über den Mangel an Reaktion wisperte er zwischen harten, schnellen Küssen: „Komm schon, McKay, komm schon, komm schon.“

Als hätte er nur auf diese zusätzliche Aufforderung gewartet, taumelte Rodney mit einem unterdrückten, gutturalen Stöhnen gegen ihn, öffnete seinen Mund für John und schlang seine Arme um ihn. Eine Hand presste entschlossen in Johns Kreuz, brachte ihre Körper noch näher zusammen, die andere glitt in seinen Nacken.

Aus den verzweifelt drängenden Küssen, mit denen John Rodney attackiert hatte, wurde ein sinnliches, heißes Spiel von Lippen, Zungen und Händen – Rodneys Finger auf seinem Rücken, seinen Schultern, in seinem Haar - aber nicht genug, lange nicht genug für die Dringlichkeit, die in John kochte, das Feuer, das ihn von innen heraus zu versengen drohte, das ‚Mehr' und ‚Jetzt' und ‚Zu wenig Zeit, zu wenig Zeit' wisperte.

Ohne seinen Mund von Rodneys zu lösen, brachte er seine Hände zwischen ihre Körper und begann unkoordiniert, mit fliegenden Fingern an Rodneys T-Shirt und seinem Gürtel zu zerren.

Rodney gab einen protestierenden Laut von sich. „Wartewartewarte …“ Er schob John vehement von sich, als er nicht reagierte. „Das ist … das ist nicht ... nicht hier.“ Rodneys Atem ging schwer, seine Wangen waren gerötet und seine Lippen feucht.

„Komm schon, Rodney“, zischte John und ließ seine Stirn einen Augenblick gegen Rodneys sinken, seine Hände in den Stoff von Rodneys T-Shirt gekrallt. Er wollte Rodney, wollte ihn jetzt, denn er wusste nicht, wie viel Zeit sie hatten, wie viel Zeit er noch hatte …

Rodneys Finger fuhren sanft durch sein Haar und er wisperte: „Hör zu, das … das ist fantastisch, wirklich und ich will das, du hast keine Ahnung wie sehr, aber …“ Er holte tief Luft und sagte entschlossen: „Nicht jetzt und nicht hier. Zelenka kann jeden Moment reinkommen und auch wenn er vor Neid tot umfallen würde, wenn er sieht, dass ich Sex habe und er nicht - ich habe keinen Hang zum Exhibitionismus und du ... du setzt eine Menge auf's Spiel, wenn … also, nicht dass ich glaube, Zelenka würde … aber … wir sollten vorsichtig sein.“

Nur widerwillig lockerte John seinen Griff. Auch wenn nicht alles, was Rodney gerade gesagt hatte, für ihn Sinn ergab – etwas in ihm wusste, dass er Recht hatte. Vorsichtig, natürlich. Er durfte sich nicht erwischen lassen. Es würde ihm auch sicher gleich wieder einfallen, warum nicht, kein Problem.

„Okay.“ Er trat einen Schritt zurück, versuchte seinen Atem unter Kontrolle zu bringen und zog sein Hemd glatt. „Später? Wir können uns …“ Stirnrunzelnd überlegte er welcher Treffpunkt der beste wäre. Es war noch zu kühl für die kleine Lichtung am Fluss und sein Haus kam nicht in Frage, denn Lelani würde gleich von der Arbeit kommen. Lelani, seine … Ehefrau? Irgendetwas stimmte hier absolut nicht. Sein Kopf schwamm.

„Ja, gut. Später, das … das ist gut.“ Rodney zupfte mit fahrigen Bewegungen seine Kleidung zurecht und fuhr sich mit der Hand ordnend durchs Haar. „Ich kann zu dir kommen. Wenn du willst. Sobald Zelenka wieder weg ist.“

John nickte nur und blinzelte gegen den Nebel in seinem Kopf an.

„Oder du wartest hier, es dauert sicher nicht lange.“ Unsicher sah McKay ihn an.

McKay …

Plötzlich wurde John sich der Absurdität dieser Situation bewusst. Er und Rodney, hier im Labor, wild knutschend und wenn McKay nicht genug Verstand bewiesen hätte, das Ganze jetzt abzubrechen … Ihm wurde leicht übel bei dem Gedanken von Zelenka oder sonst wem beim Sex mit McKay erwischt zu werden. Er war beim Militär. Seit wann war er so leichtsinnig?

Verwirrt rieb er sich die Stirn.

Militär? Wie kam er darauf? Er war Musiker. Mit beiden Händen fuhr er sich durchs Haar und erstarrte mitten in der Bewegung, denn … das tat er nie. Langsam ließ er die Arme sinken.

Er musste hier raus, musste einen Moment allein sein.

Mit dem Daumen wies er über die Schulter und trat den Rückzug an. „Ich … ich geh lieber schon mal in mein ...“ Er wusste plötzlich nicht, wie er den Satz beenden sollte.

Rodney nickte und spielte nervös mit seinen Fingern. „Ja. Ja okay.“ Er warf einen raschen Blick zur Tür, dann zu John. „Du … ähm … überlegst es dir aber nicht anders, bis ich da bin, nein?“ Sein schiefes Lächeln war zögernd, ein wenig traurig, als rechne er mit einer Enttäuschung. „Denn das wäre … wie soll ich sagen …?“ Er sah zu Boden. „Doch etwas … niederschmetternd.“

„Nein. Nein, Rodney“, sagte John aufrichtig und sah ihn an. Er wollte Rodney nicht verletzen, dessen war er sich sicher. Vielleicht das Einzige, dessen er sich im Moment wirklich sicher war.

Rodney sah auf.

Mit zwei schnellen Schritten stand er vor ihm, nahm sein Gesicht zwischen die Hände, küsste ihn flüchtig, aber unerwartet sanft, schob ihn zum Ausgang und scheuchte ihn mit „Husch-Husch“–Handbewegungen aus dem Labor. „Los, los, Zelenka, schon vergessen?“ Sein Lächeln war etwas verlegen und voller Zuneigung. „Wir sehen uns später.“

Die Tür schloss sich hinter John. Verwirrt blieb er einen Augenblick im Gang stehen und blickte sich um. Was wollte er …?

Sein Quartier, richtig.


***



Rodney starrte ungläubig und mit sicherlich idiotischem Grinsen auf die Labortür, die sich soeben hinter Sheppard geschlossen hatte. Dann ging er zum Tisch zurück, ließ sich wieder auf den Stuhl sinken, befingerte die leeren Sandwichpackungen, schob sie von links nach rechts in einem halbherzigen Versuch Ordnung zu schaffen, stand schließlich auf und warf sie weg. Er trank den letzten Schluck seines Wassers, verschluckte sich und hustete. Etwas Stärkeres, Alkoholisches, wäre jetzt viel besser. Oder Kaffee. Viel Kaffee, starker Kaffee. Obwohl - er hatte auch so schon das Gefühl high zu sein. Endorphine waren besser als Koffein.

Großer Gott.

Er setzte sich wieder, stützte die Ellbogen auf den Tisch und ließ den Kopf in die Hände sinken. Sheppard hatte ihn geküsst und sie würden sich gleich in seinem Quartier treffen. Sie würden tatsächlich … Er würde Sex mit John Sheppard haben und wenn er die Situation nicht komplett missverstanden hatte, war es auch für Sheppard … John - ja definitiv John – nicht nur ein flüchtiges Abenteuer. Es war perfekt. Es war … irgendwie surreal.

Der Zweifel, der Eindruck, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmte, dass dieses Szenario nicht wirklich zu Sheppard passte – wildes Knutschen an einem mehr oder weniger öffentlichen Ort, diese verzweifelte Gier in seinen Augen – war ein permanentes, lästiges Nagen in seinem Hinterkopf. Aber was wusste er schon über Johns Vorlieben, was Sex anging? Schließlich war das nicht unbedingt Thema Nummer eins ihrer Gespräche auf Missionen. Und trotzdem …

„McKay.“

Eine tiefe Stimme ließ ihn auf seinen Grübeleien hochschrecken und herumfahren. Ronon stand in der geöffneten Tür, beide Hände in den Türrahmen gestemmt und grinste leicht. „Dachte schon, du schläfst.“ Er kam näher, baute sich vor Rodneys Stuhl auf und sah auf ihn herunter.

„Nein, natürlich nicht.“ Rodney blinzelte zu ihm auf und fühlte sich ein wenig wie ein Beutetier. „Ich arbeite. Mental.“ Er deutete mit dem Zeigefinger auf seine Stirn und ergänzte auf Ronons ausdruckslosen Blick hin: „Ich meine, ich habe gerade nachgedacht, über wichtige … ähm … Berechnungen und war wohl so vertieft, dass ich dich nicht habe reinkommen hören.“

Wortlos ließ Ronon seinen Blick über den Tisch schweifen, griff nach der Wasserflasche, die Sheppard hatte stehen lassen und drehte sie beiläufig in den Händen. Rodney hatte plötzlich das absurde Bild eines am Verschluss schnüffelnden Ronon vor Augen, der ihm dann auf den Kopf zusagen würde, dass er und John gerade geknutscht hatten.

Er räusperte sich und verschränkte die Arme vor der Brust. „Also, was führt dich her?“ Ronon war noch nie zuvor in seinem Labor gewesen. Offensichtlich war heute ein Tag der Premieren. „Und wenn du jetzt sagst: ‚Interesse an deiner Arbeit' und unter deiner Weste eine Portion blauen Wackelpudding für mich versteckt hast, dann weiß ich definitiv, dass ich in einer virtuellen Realität feststecke.“

„Was?“ Verständnislos musterte Ronon ihn.

„Nichts, nichts.“ Rodney winkte ab. „Also? Worum geht's?“

„Sheppard.“ Ronon stellte die Flasche zurück. „Er war gerade hier?“

Rodney riss die Augen auf. „Und das weißt du, weil … ", er gestikulierte in Richtung der Flasche, „weil du seine … seine Speichelspuren gewittert hast?“

„Nein. Ich bin ihm gerade im Gang begegnet, McKay“, entgegnete Ronon trocken und hob amüsiert die Augenbrauen.

„Ah. Okay. Sicher. Das …ähm … ergibt auch Sinn. Mehr sogar als …“ Rodney deutete auf die Flasche.

„Etwas stimmt nicht mit Sheppard“, sagte Ronon ohne weitere Einleitung. „Seit ein paar Tagen.“

„Tatsächlich?“, konterte Rodney spitz, sein Sarkasmus teils ein Resultat seiner Verlegenheit, teils eine reflexartige Reaktion auf die Ahnung, dass er gleich etwas hören würde, das er lieber nicht hören wollte. „Da wäre ich nie drauf gekommen.“ Er maß Ronon mit einem herablassenden Blick. „Natürlich stimmt etwa nicht mit ihm, seitdem er von dem Strahl nicht nur auf Hochglanz poliert wurde, sondern auch ein intellektuelles Upgrade verpasst bekommen hat.“

„Das meine ich nicht.“

„Was meinst du dann?“

Ronon verschränkte die Arme vor der Brust und fixierte einen imaginären Punkt über Rodneys Kopf. „Wir waren Laufen und er war anders, heute. Nicht er selbst. Was er gesagt hat, klang nicht nach Sheppard. Und eben gerade ...“ Sein Blick wanderte zu Rodney. „Er hat mich nicht erkannt.“

„Vielleicht hat er dich nicht gesehen?“, schlug Rodney halbherzig vor.

Ronon ging nicht darauf ein. „Er hat sich anders bewegt.“

„Was? Wie anders?“

„Anders als sonst.“

Augen rollend hakte Rodney nach. „Und wie? Ist er auf einem Bein gehüpft? Hat er Walzer getanzt? Was?“

Ronon betrachtete ihn aus schmalen Augen, sichtlich ungerührt von Rodneys Ironie. „Anders, McKay. Jeder Mensch bewegt sich auf einzigartige Weise. Gesten, der Rhythmus der Schritte. Ich erkenne jeden von euch daran, auch in der Dunkelheit. Und Sheppard …“ Er schüttelte leicht den Kopf. „Das war so, als würde jemand anders in seinem Körper stecken.“

„Jemand anders …?“ Rodney sah ihn groß an. „Wie …?“

„So wie Cadman in deinem Kopf war.“

„Ein anderes Bewusstsein?“ Gott, er hasste es manchmal, immer Recht zu haben. Denn das gefiel ihm tatsächlich absolut nicht. Vor allem nicht, weil es von Mr. „Warum Worte, wenn es auch ein drohendes Starren tut“ kam. Ronon würde sich nicht die Mühe machen, Rodney in seinem Labor aufzusuchen, um bei einer gemütlichen Tasse Kaffee über vage Vermutungen zu spekulieren.

Ronon vergrub die Hände in seinen Hosentaschen und nickte. „Dieser Strahl – kann er etwas damit zu tun haben?“

„Moment, Moment!“ Rodney sprang auf und begann vor Ronon auf und ab zugehen. „Also, ich halte es für sehr wahrscheinlich und bin bisher davon ausgegangen, dass der Strahl Sheppard Informationen eingepflanzt hat, fremde Erinnerungen, vielleicht.
Das erklärt beispielsweise, warum er die Schrift lesen konnte. Aber ein fremdes Bewusstsein? Eine andere Persönlichkeit? Das … das kann nicht sein. Ich meine, wer sollte … und warum …?“ Seine Gedanken überschlugen sich.

Ronons Blick war durchdringend. „Ich weiß, was ich gesehen habe, McKay. Dir ist nichts an Sheppard aufgefallen?“

Rodney starrte einen Moment blicklos vor sich hin, als sich die Puzzleteilchen in seinem Sinn zu einem Bild zusammensetzten, das er bisher nicht gesehen hatte. Oder nicht hatte sehen wollen. Ihm war plötzlich übel.

Tonlos sagte er: „Doch. Jetzt da du es erwähnst. Außer seiner plötzlichen und überaus erstaunlichen Fähigkeit eine fremde Schrift zu lesen, isst er Toulawurzeln, die er bisher verabscheut hat, interessiert sich völlig un-Sheppard-mäßig für Linguistik, summt Melodien, die definitiv nichts mit Country zu tun haben und …“ Flirtet nicht nur mit mir, sondern hätte fast eine schnelle Nummer mit mir im Labor geschoben.

„Und sagt manchmal eigenartige Dinge“, schloss er lahm.

„Großer Gott.“ Schwer lehnte er sich mit dem Rücken gegen den Labortisch. Derselbe Tisch gegen den Sheppard ihn erst vor wenigen Minuten gedrängt hatte, mit stahlhartem Griff und den brennenden Augen eines Fremden.

Ronon musterte ihn mit undurchdringlichem Gesicht.

Rodneys Gedanken rasten. „Ein fremdes Bewusstsein, das durch den Strahl transportiert und eingepflanzt wurde. Das erklärt zwar nicht Sheppards körperliche Veränderungen, aber alles andere …“

Alles andere ergab plötzlich Sinn. Ein fremdes Bewusstsein in Sheppards Kopf, das ihn entweder subtil steuerte oder seinen Körper sogar zeitweise übernahm und ihn dazu brachte, Dinge zu tun, die er sonst … nie im Leben tun würde. So wie Cadman es mit ihm getan hatte, als sie Carson geküsst hatte. Ihr Verstand und seine Lippen.

Aber warum hatte Carson bei seinen Untersuchungen nichts gefunden? Cadman hatte er ja auch entdeckt. Andererseits, bei der komplexen Technologie auf M48 – D52 war anzunehmen, dass die Erbauer dieser Einrichtung auch in der Lage waren ein Bewusstsein so in jemandes Hirn zu verstecken, dass es nicht gefunden werden konnte, wenn es nicht gefunden werden sollte. Aber warum? Warum verbrachte Sheppard – oder das Ding in Sheppard – lieber seine Zeit mit dem Essen von Matsch und damit, Rodney das Herz zu brechen, als beispielsweise die Position der Erde herauszufinden oder das ZPM zu stehlen? Was war die Verbindung zwischen Toulawurzeln, Linguistik und Sex mit einem Mann? In Sheppards speziellem Fall.

Natürlich!

Rodney schnipste mit den Fingern. „Neue Erfahrungen!“

„Genau das hat Sheppard heute auch gesagt.“ Ronon beäugte ihn misstrauisch. „Bist du okay, McKay?“

„Oh, hat er, ja?“ Plötzlich zu Tode erschöpft rieb Rodney sich die Augen. „Keine Sorge, mir geht's blendend, ganz fantastisch.“ Der Kuss und alles, was Rodney darin gesehen hatte, war also ungefähr so real gewesen wie … Nein, er würde jetzt nicht darüber nachdenken.

„Was tun wir jetzt?“, fragte Ronon ruhig.

„Ich bin gleich mit Sheppard in seinem Quartier zum …“, Rodney senkte den Blick, „zum Filmgucken verabredet. Ich werde versuchen herauszufinden, was mit ihm los ist, ob an der Theorie was dran ist.“ Auch wenn er keine Ahnung hatte, wie er das tun sollte.

„Ich komme mit.“ Ronon kontrollierte den Sitz seiner Waffe.

„Nein, ich … Hör zu, es ist bisher nur eine Theorie, es könnte auch noch andere, hunderte Erklärungen geben, für Sheppards Verhalten.“

„Welche?“

„Was? Ich ... ich weiß nicht. Ein Programm, etwas, das sein Verhalten unterbewusst beeinflusst, vielleicht. Er ist nach wie vor Sheppard, um Himmels willen. Er ist nicht gefährlich.“

„Er fühlt sich sicher. Kein Grund gefährlich zu werden.“ Ronons Blick wurde mitfühlend. Wie viel ahnte der ehemalige Runner wohl, was Rodneys Gefühle für Sheppard anging? Man überlebte nicht sieben Jahre auf der Flucht, wenn man blind war, für die Beweggründe und Leidenschaften der Menschen um einen herum.

„Rodney, etwas kontrolliert Sheppard. Bewusstsein, Programm – keine Ahnung. Das ist nicht wichtig. Wichtig ist – wenn Sheppard könnte, würde er uns sagen, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Das tut er nicht. Also kann er nicht. Oder hat das Gefühl, dass alles in Ordnung ist. Mir gefällt beides nicht.“

Mit offenem Mund starrte Rodney Ronon an. Das war nicht nur die längste Rede, die er je aus seinem Mund gehört hatte, sondern auch noch bestechend logisch.

„Ah, okay. Also, reden wir mir ihm. Ich sage ihm nur schnell, dass …“

Bevor er sein Headset aktivieren konnte, hatte Ronon sein Handgelenk mit hartem Griff umfasst. „Nein.“ Sein Lächeln war freudlos und gefährlich. „Wir überraschen ihn.“

Rodney schluckte hart. „Sicher.“

Gemeinsam verließen sie das Labor. „Ähm … wer weiß noch von deinem Verdacht?“, erkundigte Rodney sich.

„Niemand.“

„Warum? Ich meine, warum nicht Teyla oder Carson? Er ist Arzt und könnte …“

„Teyla ist auf dem Festland. Beckett hat bis jetzt nichts gefunden.“ Ronon zuckte mit den Schultern. „Und er gehört nicht zum Team. Du schon.“

„Hm.“ Rodney war sich nicht sicher, ob er Ronons Verständnis für Loyalitäten völlig durchblickte, aber er war plötzlich sehr froh, ihn an seiner Seite zu haben.

Teil 6

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