sinaidas_fancorner: (Atlantis)
[personal profile] sinaidas_fancorner
Teil 3

Teil 4

In seinem Labor angekommen, stöpselte Rodney sofort den Laptop ein und fuhr ihn hoch. Auch wenn er sich bei dem Gespräch mit Sheppard gerade sicherlich wie ein kompletter Trottel benommen hatte, fühlte er in erster Linie Erleichterung, war auf eine Weise motiviert, wie schon lange nicht mehr. Erst jetzt, da dieser nagende, kalte Fast-Schmerz in seinem Innern – sein ständiger Begleiter seit Doranda - verschwunden war, wurde ihm bewusst, wie lähmend er tatsächlich gewesen war.

Jetzt musste er nur noch seine eigenen wirren Gefühle in den Griff bekommen, ohne dass Sheppard merkte, was mit ihm los war. Ein Kinderspiel.

Er seufzte. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihm das gelingen würde, war derart gering, dass im Vergleich dazu die Reparatur eines Puddlejumper-Triebwerks mit einer Büroklammer und einem Streifen Klebeband schon so gut wie erledigt war. Aber das Wissen, dass die Freundschaft zwischen ihm und Sheppard eine feste Größe war, auf die er bauen konnte, strömte beruhigend durch seinen Körper, war belebender als Unmengen von Koffein.

Zuversichtlich ließ er sich auf seinem Stuhl nieder und knöpfte sich die Missionsberichte von SG-1 vor.

Nach einer knappen Stunde rieb er sich die brennenden Augen. Eine Stichwortsuche brachte keine Ergebnisse. Entweder hatte er die falschen Suchbegriffe gewählt – unwahrscheinlich - oder SG-1 war einer derartigen Technologie tatsächlich noch nicht begegnet. Nun, es blieben noch die Berichte der anderen Teams und die Antiker-Datenbank.

Die Tür öffnete sich und Dr. Martins warf einen vorsichtigen Blick ins Labor. Sie trug Sportkleidung und über die Schulter hatte sie den Riemen einer Gymnastiktasche geschlungen.

„Rodney? Hätten Sie einen Moment Zeit?“

„Was? Wozu?“ Misstrauisch musterte er ihren Aufzug. „Wenn Sie einen Sparring-Partner suchen, sind Sie bei mir falsch, Lydia.“

„Die Inschrift“, erklärte sie, seinen Kommentar ignorierend und zückte eine Datendisc. „Ich habe hier …“

„Jaja, kommen Sie.“ Müde winkte er die Linguistin näher. „Ich könnte gute Nachrichten brauchen. Haben Sie den Rest entschlüsselt?“

Martins trat näher und ließ die Tasche neben Rodneys Stuhl zu Boden gleiten. Ein Buch rutschte heraus. Rasch hob Martins es auf, versuchte vergeblich, es wieder in die übervolle Tasche zu stopfen und legte es schließlich auf dem Labortisch neben Rodneys Laptop ab. „Nein, leider nicht. Das heißt, irgendwie doch.“

„Was? Ja oder nein?“

Sie zuckte mit den Schultern. „Jein. Etwas davon. Einzelne Worte, die keinen Sinn ergeben. Zumindest keinen, der in irgendeinem Zusammenhang zu dieser Einrichtung steht. Der erste Teil des Textes ist in einer eng ans Antikerische angelehnten Sprache verfasst. Wahrscheinlich eine antiquierte, sozusagen ‚mittelalterliche’ Form der uns bekannten Antiker-Sprache. Die Anlage muss wahnsinnig alt sein. Der zweite Teil, von dem Colonel Sheppard etwas entziffern konnte, besteht aus Zeichen in einer ganz anderen Sprache und Schrift.“ Sie strich sich eine Haarsträhne aus der Stirn, die sich aus ihrem Zopf gelöst hatte. „Dr. Weir und ich konnten Bruchstücke dieses Antiker-Dialektes übersetzen und da Sie gesagt hatten, dass Sie sofort über jeden Fortschritt informiert werden möchten …“

„Jajaja.“ Rodneys Finger trommelten auf den Tisch. „Wie wäre es, wenn Sie mir sagen, was Sie herausgefunden haben und überlassen mir, ob es einen Sinn ergibt, hm?“, entgegnete er spitz. Konnte sich diese Frau nicht kürzer fassen? „Außerdem, wir haben E-Mail.“

„Ich habe Ihnen vor einer halben Stunde eine E-Mail geschickt. Ich nehme an, Sie haben sie noch nicht gelesen?“ Martins Erwiderung war nicht weniger spitz.

„Nein, ich … war beschäftigt.“ Er reckte das Kinn. „Ich bin genau genommen immer noch sehr beschäftigt, also, zack - zack …“

Aufreizend langsam reichte sie Rodney die Disc. Er legte sie ein und öffnete die Datei. Auf dem Bildschirm erschien eine Tabelle. Links die kryptischen Symbole, rechts etwas, das antikerisch wirkte, aber für Rodney trotzdem unverständlich war.

„Hier.“ Lydia langte über Rodneys Schulter und deutete auf eine markierte Stelle in der ersten Spalte. „Das hier ist die Gateadresse und der Name, den der Colonel erkannt hat. Interessanterweise ist kein Äquivalent dazu in dem zweiten Teil der Beschriftung zu finden. Und hier …“, ihr Finger wanderte weiter zur zweiten Spalte, „sind die Stellen, die ich mit Dr. Weirs Hilfe übersetzt habe.“ Sie machte eine Pause.

„Und?“, forderte Rodney ungeduldig und betrachtete sie aus schmalen Augen. „Wo ist die Übersetzung?“ Musste sie es künstlich spannend machen?

Völlig unbeeindruckt von Rodneys Tonfall öffnete sie eine weitere Datei. Die gleiche Tabelle, nur diesmal mit der Übersetzung. Offensichtlich gehörte Martins zu den Leuten, die es nötig hatten, jeden noch so winzigen Arbeitsschritt wie einen Eureka-Moment zu präsentieren.

Sie wies auf den Monitor. „Das hier bedeutet: ‚Gras wiegt sich im Wind. Schatten fallen auf das Land.' Dann kommt ein Teil, aus dem wir nichts weiter entnehmen konnten als ein paar Worte, nämlich: ‚schnell’, ‚Himmel’, ‚Regen’ und ‚See’. Hier unten heißt es dann: ‚Zeit glänzt – oder leuchtet.' Ab da ist es wieder unverständlich.“ Sie richtete sich auf.

„Dr. Weir hat festgestellt, dass sich der komplette Text reimt. Ein einfacher Kreuzreim. Also, auch wenn wir ihn nicht wirklich verstehen, wissen wir doch, dass es vermutlich eine Art Gedicht ist.“

„Fantastisch.“ Rodney runzelte die Stirn und rieb sich nachdenklich mit dem Daumen über die Lippe. „Eine Gateadresse in einer uns unbekannten Schrift und ein Gedicht? Warum hinterlässt jemand derart belanglose Worte auf dieser Säule anstatt einer Gebrauchsanleitung für diese Anlage, beispielsweise?“

„Weil sie für die Erbauer dieser Einrichtung eben nicht belanglos waren. Vielleicht eine Gedenkinschrift? Eine Mahnung? Ein kulturell bedeutsamer Text?“ Martins zupfte an ihrem Zopfende. „Jedenfalls war das jetzt erst einmal alles, was ich herausfinden konnte. Ohne einen weiteren Hinweis, wie dieser Dialekt zu verstehen ist, stecke ich in einer Sackgasse.“

„Vielleicht finden wir morgen auf dem Planeten etwas. Oder Sheppard hat plötzlich noch eine Erleuchtung.“ Auch wenn ihm diese Vorstellung nicht besonders gefiel, der Gedanke, dass sie nie herausfinden würden, was es mit M48 – D52 auf sich hatte, war auch nicht befriedigend.

„Oder das.“ Martins schulterte ihre Tasche. „Ich geh dann mal. Meine Stepptanz-Gruppe fängt gleich an. Behalten Sie die Disc, es ist eine Kopie.“

„Viel Spaß“, murmelte Rodney abwesend und wandte sich wieder dem Bildschirm zu. Sein Blick fiel auf das Buch neben dem Laptop. „Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft“ von Ferdinand de Saussure. Klang nach reißerisch spannender Bettlektüre – für eine Linguistin. Er rief Martins über die Schulter zu: „Sie haben was vergessen.“ Mit dem Kopf deutete er auf das Buch.

„Oh, danke.“ Sie schnappte es sich. „Es ist für Colonel Sheppard“, sagte sie lächelnd. „Ich hätte ja nie vermutet, dass ausgerechnet er sich für Linguistik und speziell für Etymologie interessiert.“

Rodney horchte auf. „Sheppard? Linguistik?“, fragte er entgeistert und drehte sich zu ihr um. „Wie kommen Sie denn, bitte, darauf?“

„Er hat's mir selbst gesagt.“

„Er hat …? Wann?“, platzte Rodney heraus und bereute es sofort. Was ging es ihn schließlich an, mit wem Sheppard sich wann, worüber unterhielt?

„Heute früh. Als wir auf M48 – D52 zum Jumper zurückgelaufen sind. Wir hatten eine sehr nette Unterhaltung über die Entwicklung der englischen Sprache und die Herkunft einiger Wörter. Er war sehr daran interessiert, mehr zu erfahren.“

„Wie überaus erstaunlich“, murmelte Rodney säuerlich. Sheppard war offensichtlich kein Klischee zu dumm, wenn es darum ging, sich einer Frau an den Hals zu werfen.

Aber – ausgerechnet Martins? Sie war zwar intelligent und auch hübsch, auf eine unauffällige Weise, mit ihren großen braunen Augen, den schmalen, meist ironisch lächelnden Lippen und den blonden Haaren - abgesehen vom abgelutschten Zopfende - aber er hätte nie gedacht, dass sie Sheppards Typ war. Andererseits – was wusste er schon wirklich über Sheppards Geschmack, was Frauen anging? Außer, dass beim Anblick aufgestiegener Antikerinnen, sämtliche seiner höheren Hirnfunktionen versagten.

„Ich … ich dachte er hätte noch mindestens über die Hälfte ‚Krieg und Frieden' vor sich“, ergänzte er auf Martins fragendes Stirnrunzeln hin.

„Ja, das hat er erwähnt. Aber er hat auch gesagt, dass er sich jetzt ein Bild vom Schreibstil des Autors gemacht hat und seine Zeit besser genutzt ist, andere Bücher zu versuchen. Er will sich die Handlung von ‚Krieg und Frieden' lieber erzählen lassen. Leider habe ich es nicht gelesen …“

„Ja, ja, sehr bedauerlich“, unterbrach Rodney sie schroff und verschränkte die Arme vor der Brust. „Aber jetzt werden Sie den Colonel nicht in seinem Quartier finden. Um diese Zeit trainiert er meistens mit Teyla.“

Ha – er kannte Sheppards Zeitplan.

„Ich weiß.“ War das ein triumphierender Unterton in ihrer Stimme? „Und da ich zu derselben Zeit bei Laura Cadmans Stepptanz-Gruppe mitmache, hat er mich gebeten, ihm das Buch mit in den Sportbereich zu bringen. Da Ihr Labor auf dem Weg lag und Sie offensichtlich Ihre E-Mails nicht lesen, bin ich schnell noch vorbei gekommen.“ Sie hob die Augenbrauen und lächelte schmal. „Schönen Abend noch, Rodney.

Rodney verzichtete darauf, ihr ebenfalls einen schönen Abend zu wünschen. Den würde sie sicher haben.

Mit Sheppard.


***



Als John das dritte Mal an diesem Abend auf dem Rücken landete, Teylas Banto an seiner Kehle und ein mild-überlegenes Funkeln in ihren Augen, wusste er, dass es Zeit war, für heute Schluss zu machen.

„Okay, okay, das war's“, keuchte er und rappelte sich ächzend auf. „Nicht mein Tag, heute.“

Teyla nickte und strich sich eine verschwitze Haarsträhne aus der Stirn. „Du bist unkonzentriert, John. Es ist ungewöhnlich, dass ich dich viermal hintereinander zu Fall bringe.“

„Dreimal“, korrigierte John und schnappte sich sein Handtuch. „Vorhin bin ich … gestolpert.“

„Natürlich“, bestätige Teyla in ihrem "Ich-lasse-dich-gerne-in-dem-Glauben-wenn-dein-Ego-das-braucht"-Tonfall und hob amüsiert die Augenbrauen.

John grinste nur. Die schnellen, harten Bewegungen des Stockkampfes waren genau das Richtige gewesen als Abschluss des heutigen Tages. Er würde ins Bett fallen und einschlafen, zu müde um noch in der Lage zu sein irgendetwas, das heute geschehen war, zu analysieren. Zu müde, um über Rodney nachzudenken. Oder über ihn und Rodney. Und morgen hätte er mehr Abstand, könnte alles klarer sehen.

Er rieb sich den Schweiß vom Gesicht und folgte Teyla unwillkürlich mit seinem Blick, als sie mit fließenden Schritten zu ihrer Tasche ging und die Bantos darin verstaute. Er bemerkte das Spiel ihrer Muskeln unter gebräunter Haut – Stärke gepaart mit Eleganz und vollkommener Harmonie - als sie sich ihm wieder zuwandte. Sie erinnerte ihn an … Er runzelte die Stirn, versuchte das Bild einer anderen Frau festzuhalten – sandfarbenes Haar, helle Augen, ein sanftes Lächeln.

Er wusste noch, wie sich ihre Haut unter seinen Händen angefühlt hatte, warm und samtweich. Ihr Duft – die Essenz der Blüten des Kamiola-Baumes, die er erst gestern auf dem Markt für sie gegen vier Ula Mosira-Mehl getauscht hatte – drang in seine Nase, lieblich und doch ein wenig herb. Ihre Fingerspitzen, rau von der harten Arbeit auf den Feldern, lagen sanft, zärtlich auf seinen Schultern und er schloss die Augen, neigte ein wenig den Kopf und lächelte in Erwartung des Kusses, mit dem sie ihn immer begrüßte, wenn er nach Hause kam …

Etwas berührte kurz seine Stirn und er blinzelte.

Teyla.

Teyla und die athosianische Art – ihre Stirn gegen seine – mit der sie ihr Training manchmal beendete. Sie ließ ihr Hände wieder von seinen Schultern sinken, lächelte und trat einen Schritt zurück.

„Teyla“, murmelte er, erstaunt sie zu sehen und nicht … Er rieb sich rasch über die Augen. Das Bild und die Erinnerung an die andere Frau verschwanden, lösten sich auf.

„John, ist alles in Ordnung?“

Er schüttelte rasch den Kopf, um die leichte Benommenheit loszuwerden. „Ja. Ja, alles okay. Ich bin … Ich war nur einen Moment mit den Gedanken ganz woanders.“

„Das habe ich bemerkt“, entgegnete sie und betrachtete ihn forschend. „John, ich bin mir sicher, dass dich die Geschehnisse der letzten Tage beunruhigen. Ich möchte dich nicht bedrängen, aber wenn du deine Sorgen teilen möchtest …“ Sie lächelte herzlich. „Ich bin eine gute Zuhörerin.“

„Ich weiß, Teyla.“ Er berührte sie flüchtig an der Schulter. „Danke, aber, mir geht es gut.“

Sie nickte, nahm kurz seine Hand und drückte sie. „Dann wünsche ich dir eine gute Nacht.“


***



Rodney war der festen Überzeugung noch nie in seinem Leben eine trostlosere Landschaft gesehen zu haben. Wüste, wohin man auch blickte, bis hin zu den sanft geschwungenen, aber ebenfalls von Geröll und Sand bedeckten Hügeln am Horizont. Sand, Steine, Trümmer, wobei Letztere wenigstens etwas Schatten vor der sengenden Sonne boten, die hoch am Himmel stand und die nackten Überbleibsel einer Zivilisation in ihr unbarmherzig grelles Licht tauchte. Ein stetiger, leichter Wind trieb Flugsand und dürre Zweige gegen die Ruinen und formierte sich an manchen Stellen zu Andeutungen von Miniaturwindhosen. Die Luft war staubtrocken, schmeckte nach Krieg, Vernichtung und Tod.

Ernüchtert wischte Rodney sich die schmierige Mischung aus Schweiß und seiner selbst gemixten Sonnencreme von der Stirn. Er und Sheppard befanden sich inmitten der Ruinen an der Stelle, die vermutlich einmal eine Art Marktplatz gewesen war. Jedenfalls schloss Rodney das aus der Anordnung der zerfallenen Häuser und Säulen rund um den inzwischen von feinem Sand bedeckten Platz.

Ronon und Teyla waren gerade damit beschäftigt, die Überreste der Bauwerke in westlicher Richtung nach Inschriften oder sonst irgendwelchen Besonderheiten abzusuchen, während Rodney nach Energiesignaturen, ähnlich der auf M48 – D52 und Lebenszeichen scannte.

Sheppard ging ein paar Schritte von ihm entfernt unruhig auf und ab und ließ seinen Blick ab und zu über den Horizont wandern oder sah in den Himmel hinauf. Bis vor ein paar Minuten hatte der Colonel ebenfalls stichprobenartig die Ruinen untersucht, dann aber wohl frustriert aufgegeben. Kein Wunder, die Überreste der Bauwerke waren sicher schon seit Jahrhunderten dem stetigen Wind und damit dem Sand mit seiner Schmirgelpapierwirkung ausgesetzt. Jegliche Inschriften – falls es sie je gegeben hatte - waren inzwischen verschwunden.

Frustriert pustete Rodney Sandkörner von der Anzeige seines Scanners, die nach wie vor nichts anzeigte.

„Und? Irgendwas Interessantes?“, fragte Sheppard bestimmt bereits zum zehnten Mal, tauchte plötzlich hinter Rodney auf und versuchte über seine Schulter einen Blick auf den Scanner zu erhaschen, eine Angewohnheit des Colonels, die Rodney aus mehreren Gründen als sehr ablenkend empfand.

Sheppards plötzliche Nähe, die durchaus angenehme und daher gefährliche Mischung aus Aftershave, Schweiß und Sheppard, die er plötzlich überdeutlich wahrnahm. Dann die Berührung - eine Hand flüchtig auf seiner Schulter, eine Hüfte an seiner, Atem, der seine Wange streifte. Seit wann war der Colonel so auf Körperkontakt aus? Und wie sollte Rodney seinem Körper klar machen, nicht darauf zu reagieren?

Möglichst unauffällig trat er einen Schritt zur Seite und wäre fast gegen eine der allgegenwärtigen Überbleibsel von einst sicher imposanten Steinsäulen geprallt. Er konnte gerade noch verhindern, dass ihm der Scanner aus der Hand fiel.

Sheppard schien seine plötzliche Ungeschicklichkeit nicht zu bemerken. „McKay? Etwas Interessantes?“, wiederholte er mit einem Hauch Ungeduld.

„Nein.“ Rodney rollte die Augen. „In den etwa zwei Minuten seit deiner letzten Frage ist nichts aufgetaucht. Weder etwas Interessantes, noch etwas Uninteressantes. Nichts. Keine Energiewerte irgendwelcher Art. Dieser Planet ist in jeder Hinsicht tot, wenn man von Käfern, Insekten und höchstwahrscheinlich Sandwürmern absieht.“ Er schauderte demonstrativ. „Und ich meine Dune – Sandwürmer.“

Ein Grinsen huschte über Sheppards Gesicht. „Guter Film. Sting war ziemlich cool in der Rolle.“

„Sting?“ Rodney konnte sich kaum noch an Details erinnern. Außer an die Sandwürmer und an Sean Young. Monster und die Frauen – das war es meist, was ihm von mittelmäßigen Filmen im Gedächtnis blieb. „Der hat mitgespielt?“

Sheppard hörte offensichtlich nicht mehr zu. Er sah auf die andere Seite des ehemaligen Marktplatzes hinüber. „Eine Sackgasse also. Außer Ronon und Teyla haben mehr Glück und finden in den Ruinen dort drüben was.“

„Hm.“ Rodney folgte Sheppards Blick zu ihren beiden Teamkameraden. „Sieht bisher nicht so aus.“

Er sah Sheppard fragend an. „Wolltest du dir nicht die Steinhaufen da angucken?“ Auffordernd deutete er auf die Überreste einiger Häuser rechts neben ihnen. „Der Hauptgrund dieses kleinen Ausflugs, wenn ich dich erinnern darf.“

„Sicher.“ Halbherzig inspizierte Sheppard die teils mannshohen Ruinen, pustete etwas Staub von der Oberfläche eines der Quader und zuckte mit den Schultern. „Sinnlos. Wir sollten zurück nach Atlantis.“

„Was? Jetzt schon?“, fragte Rodney überrascht. „Nicht, dass ich - von einem rein persönlichen Standpunkt aus betrachtet - etwas dagegen hätte, denn ich kann nicht behaupten, dass ich mich hier ausgesprochen wohl fühle, mit der Hitze, dem Sand und dem minütlich steigenden Hautkrebsrisiko, aber …“

„Ich will hier so schnell wie möglich weg“, unterbrach Sheppard ihn und starrte wieder einmal sichtlich beunruhigt in den Himmel. „Die Wraith …“ Er unterbrach sich, senkte den Blick und sagte dann zusammenhanglos: „Das ist Zeitverschwendung. Ich habe Wichtigeres zu tun.“

„Ach? Und was, bitte? Inventur der Munitionsbestände?“, erkundigte Rodney sich spitz. „Hör zu, auch wenn es hier offensichtlich keine Technologie wie auf M48 – D52 gibt, ähnelt das, was von der Architektur hier noch übrig ist, durchaus der Säule in diesem unterirdischen Raum dort. Dass wir hier noch Inschriften finden, ist zwar unwahrscheinlich, aber vielleicht finden wir etwas anderes, das uns weiter hilft.“

Was er selbst nicht wirklich glaubte. Insgeheim musste er Sheppard Recht geben – diese Adresse war eine Sackgasse. Trotzdem. „Da wir schon mal hier sind, sollten wir wenigstens einen Blick auf die Ruinen in der Nähe des Stargates werfen und …“

Er stockte, als ihm aufging, was Sheppard noch gesagt hatte. „Was war das – die Wraith? Du glaubst sie kommen hier her?“, fragte er ungläubig. „Warum sollten sie? Diese Welt ist tot, Sheppard. Und das seit sehr, sehr langer Zeit.“

Der Colonel reagierte nicht. Rodney musterte ihn. Sheppard hatte seine Sonnenbrille abgenommen und starrte mit zusammengekniffenen Augen auf die Hügel am Horizont, abwesend und völlig in den Anblick der Landschaft versunken.

„Colonel?“

Langsam, wie in Zeitlupe drehte Sheppard sich zu ihm um. Sein Blick war sekundenlang unfokussiert, als würde er durch Rodney hindurch sehen. Dann rieb er sich kurz mit der Hand über das Gesicht, setzte die Brille wieder auf und unterdrückte ein Gähnen.

Rodney versuchte die plötzliche Beklommenheit abzuschütteln. „Eine anstrengende Nacht gehabt, hm?“, fragte er schärfer als beabsichtigt.

Der Ausdruck in Sheppards Gesicht war nicht zu deuten.

„Zu kurz“, erwiderte er mit einem raschen Lippenverziehen.

Rodneys Herz sank. Das konnte bedeuten, dass Sheppard und Martins tatsächlich … Angestrengt studierte er das Display des Scanners – das nach wie vor nichts anzeigte. Er hielt es Sheppard unter die Nase. „Nichts. Und ganz bestimmt keine Wraith.“

„Ja. Sicher.“ Sheppard biss sich auf die Lippe. „Hier ist nichts mehr für sie zu holen.“ Mit einer ärgerlichen Bewegung fegte er feinen Sand von einem der Steine.

„So, also, du und Lydia, ja?“, erkundigte Rodney sich einen Augenblick später betont beiläufig.

„Wer?“ Fragend runzelte Sheppard die Stirn.

„Lydia.“ Aus schmalen Augen sah Rodney ihn an. Wusste der Mann etwa nicht mal den Vornamen seiner neuesten Eroberung? Sheppards nach wie vor verständnisloser Blick ließ ihn ergänzen: „Dr. Martins.“

„Ah, ja.“ Sheppard nickte. „Lydia, richtig. Was ist mir ihr?“

„Das frage ich dich. Ich meine, sie hat dir gestern Abend dieses Buch gebracht an dem du ‚sehr interessiert’ warst, um sie zu zitieren. Das und … deine Müdigkeit jetzt, eine zu kurze Nacht ...“ Rodney machte eine bedeutungsvolle Pause und bemühte sich um ein Lächeln, das wissend und verständnisvoll zugleich war.

„Oh“, bemerkte Sheppard gedehnt. Er deutete auf Rodney. „Du denkst, dass ich und Martins …?“

„Komm schon“, versuchte Rodney in vertraulichem Tonfall. „Du kannst es ruhig zugeben. Nun, ich hätte nicht gedacht, dass sie dein Typ ist, okay, gut, ich weiß nicht wirklich, wer dein Typ ist …“

„Rodney, wir haben uns unterhalten und sie hat mir ein Buch ausgeliehen, okay? Weiter nichts.“

Dieses Buch? Es hat mit Sicherheit nicht mal Bilder. Seit wann liest du so was?“

„Seit gestern Abend. Es ist sehr interessant.“

„Hm. Die Art Lektüre, die man einfach nicht mehr aus der Hand legen kann, vermute ich.“ Herausfordernd musterte er sein Gegenüber.

Seufzend nahm Sheppard seine Brille ab und sah ihn direkt an. „McKay, ich bin nicht an Dr. Martins interessiert und sie nicht an mir.“ Er runzelte die Stirn. „Denke ich jedenfalls. Und ich habe gestern Abend tatsächlich zu lange gelesen, wenig geschlafen und jetzt bin ich müde. Zufrieden?“

Es klang absolut ehrlich. Rodney spürte, wie sich ein erleichtertes Lächeln auf seinem Gesicht ausbreitete.

„Ja“, erwiderte er und lächelte immer noch, bis ihm klar wurde, wie das wirken musste. Hastig fügte er hinzu: „Ähm, also, ich bin nicht … ich meine, ich hätte mich für dich gefreut, wenn du … auch wenn ich nicht ganz nachvollziehen kann, warum ausgerechnet sie, aber sie ist bestimmt nett und intelligent und hübsch, ich meine, sie ist hübsch und …“ Er lachte kurz auf. „Und es ist ja nicht so, als müsstest du dich mir gegenüber rechtfertigen, wenn du mit jemandem … ähm … schließlich sind wir nicht …“ Hastig verschluckte er den Rest des Satzes. Konnte er nicht einfach den Mund halten?

Sheppard beobachtete ihn mit einem deutlich amüsierten Gesichtsausdruck. „Nein, wirklich? Und ich hatte eben für eine Sekunde das Gefühl, du wärst eifersüchtig.“

„Was?“ Das kam eine Spur zu schrill heraus, als dass es überzeugend entrüstet wirken konnte. „Das … das ist absolut lächerlich.“

Sheppard lächelte, sein warmes, echtes Lächeln, das er nur sehr selten zeigte. „Hmm, ich dachte.“

„Nun, dann hast du falsch gedacht“, schnappte Rodney, versuchte seinen hochroten Kopf hinter dem Scanner zu verstecken und zwang sich zu tiefen, langsamen Atemzügen. Wo waren riesenhafte Sandwürmer, wenn man sie brauchte? Verschluckt werden hörte sich im Augenblick durchaus verheißungsvoll an.

„Soll vorkommen.“ Sheppards Tonfall war nach wie vor leicht und freundschaftlich. „Ich könnte dir aber heute Abend den Beweis meiner Unschuld zeigen. In meinem Quartier.“ Er wackelte mit den Augenbrauen. „Das Lesezeichen in dem Buch. Auf Seite 124.“

„Sicher, Sherlock“, schnaubte Rodney. „Weil die Position eines Lesezeichens ja der untrügliche und absolut schlüssige Beweis dafür ist, dass man tatsächlich so weit gelesen hat.“

Sheppard betrachtete ihn mit schräg geneigtem Kopf, Zuneigung, Amüsement und noch etwas in seinem Blick, das Rodney nicht deuten konnte.

Er räusperte sich und machte eine fahrige Geste zu der Ansammlung von Trümmern und Ruinen, die etwa hundert Meter links von ihm lagen.

„Nun, ich werde jetzt jedenfalls weiter arbeiten. Da drüben.“

„Okay, Rodney“, stimmte Sheppard zu und setzte die Brille wieder auf. „Ich nehme mir dann die Steine dort vor.“ Er deutete in die entgegengesetzte Richtung. „Arbeitsteilung. Umso schneller sind wir wieder zu Hause.“ Seine Stimme hatte immer noch diesen vertraulichen Unterton, sein Kirk-Tonfall, wie Rodney ihn insgeheim nannte.

Verwirrt sah Rodney ihm noch einen Moment nach, wie er durch den Sand stapfte, dann machte er sich selbst auf den Weg. Wenn er es nicht besser wüsste, könnte er meinen, Sheppard würde mit ihm flirten. Oder - und das traf ihn wie eine eisige Faust in den Magen - was, wenn Sheppard ahnte, wie Rodney fühlte und jetzt mit ihm spielte? Ein kleines, gemeines "Zieh-den-verliebten-Besserwisser-auf"–Spielchen. Es wäre nicht das erste Mal, dass jemand derart auf seine Kosten scherzte. Obwohl diese Art grausamer Humor nicht zu Sheppard passte.

Unwillkürlich blieb er stehen und blickte über die Schulter zu Sheppard, der genau diesen Moment wählte, um sich zu ihm umzudrehen. Rodneys Headset knisterte, dann hatte er Sheppards Stimme im Ohr, entspannt und neckend. „Nicht trödeln, McKay. Denk dran, wir haben noch eine Verabredung heute Abend. Hallona schlägt Geldar. Und keine Ausrede diesmal.“

Die Kälte in Rodneys Innern verschwand. Nein, kein Spiel. Jedenfalls nicht diese Art Spiel. Aber was war es dann?

Bevor er antworten konnte, knisterte sein Headset erneut, diesmal meldete sich Teyla. „John, Rodney?“

„Ja, Teyla, ich höre“, erwiderte Sheppard sofort.

„Ronon und ich haben die Ruinen innerhalb des vereinbarten Radius eingehend untersucht, konnten aber leider keine hilfreichen Informationen finden.“ Das Bedauern in ihrer Stimme war aufrichtig. „Sollen wir den Suchradius ausdehnen?“

„Nein“, erwiderte Sheppard sofort. „Das war's. Wir verschwinden von hier. Rodney und ich werfen noch einen Blick auf ein paar der Steinhaufen, aber es ist wohl sinnlos. Wenn es hier je Inschriften oder etwas in der Art gegeben hat, sind die längst zerstört.“

„Ich verstehe, John“, erwiderte Teyla ruhig. „Wir kehren jetzt zum Stargate zurück. Teyla, Ende.“

Erschöpft steckte Rodney den Scanner ein. Seine Erleichterung, diesen glühenden Sandhaufen verlassen zu können, hielt sich mit der Frustration darüber, nichts gefunden zu haben, die Waage. Es blieb ihm also nur das Forschen in der Antiker-Datenbank und die Hoffnung, dass sich der Rest der Inschrift doch noch irgendwie entschlüsseln lassen würde.

„Sieh mal“, sagte Sheppard plötzlich leise, aber eindringlich. Er hatte seine Sonnenbrille wieder abgenommen und deutete zu den Hügeln am Horizont. Rodney beschattete die Augen mit einer Hand und blickte in die angegebene Richtung. Er sah nichts, außer flimmernder Luft und dem üblichen Panorama. Sand, Geröll, Trümmer.

„Oh, du hast Sand entdeckt. Meinen Glückwunsch. Wie überaus selten hier“, kommentierte er.

Als der Colonel nicht reagierte, sah Rodney fragend zu ihm hinüber. Sheppard starrte immer noch unverwandt auf das Trümmerfeld, mit hängenden Armen, die Lippen in ungläubiger Bestürzung leicht geöffnet, in seinem Gesicht ein Ausdruck tiefer Trauer und absoluter Hoffnungslosigkeit. So als … Rodney schluckte … Als träfe ihn der Verlust, den die Bewohner dieses Planeten erlitten hatten, persönlich.

Als wäre der Verlust Sheppards eigener.

Trotz der Hitze hatte Rodney plötzlich eine Gänsehaut.

War es etwa das, was dieser verfluchte Strahl mit Sheppard getan hatte? Himmel - das war das Letzte, was der Mann brauchte – irgendeine mysteriöse, vertrackte, emotionale Bindung an das Schicksal dieses Planeten und seiner Bewohner. Denn Sheppard brächte es fertig, sich sogar für die Jahrhunderte zurückliegende Zerstörung einer wildfremden Zivilisation schuldig zu fühlen. Rodney spürte das irrationale Verlangen seinem Teamleiter den Arm um die Schulter zu legen.

„Colonel“, sprach er ihn stattdessen scharf an.

Keine Reaktion.

„Sheppard!“

„Da stand früher mein Haus“, wisperte Sheppard kaum vernehmbar.

Rodneys Nackenhaare richteten sich auf. Hatte er sich verhört, oder …? Mit gepresstem Tonfall vergewisserte er sich: „Hast du eben gesagt, dass da dein Haus stand?“

Sheppard blinzelte - einmal, zweimal. Dann fuhr er sich mit einer Hand über das Gesicht, schüttelte kurz den Kopf, wandte sich Rodney zu und sagte mit fester Stimme, in der ein Hauch Ironie mitschwang: „Wohl kaum, McKay. Ein Haus.“

Rodney ließ den angehaltenen Atem entweichen. Wirklich, Sheppard trieb ihn noch ins Grab. „Wie wär's mit ‚Hunderte', Colonel Schnellmerker, hm?“

Sheppard grinste nur und setzte die Brille wieder auf.

„Weißt du“, Rodney musterte ihn grüblerisch, „ich korrigiere meine Einschätzung. Besessen bist du wohl nicht, aber ich bin ziemlich sicher, du hast ein paar fremde und wohl nicht sehr angenehme Erinnerungen in deinem Kopf.“

„Was?“ Sheppard sah ihn ungläubig an. „Wie kommst du darauf?“

Rodney deutete auf das Trümmerfeld in der Ferne. „Weil du gerade …“ Er unterbrach sich. Sheppard war sich offensichtlich nicht bewusst, was eben passiert war. Er ließ den Arm wieder sinken. „Nichts, vergiss es.“ Und wenn er noch einmal die komplette Datenbank filzen musste – er würde herausfinden, was mit Sheppard los war. Diesen Ausdruck wollte er nicht noch einmal auf dessen Gesicht sehen.

„Zu viel Sonne, Rodney?“, fragte Sheppard ganz ohne Spott und rieb sich die Schläfen. „Mit reicht’s jetzt auch.“ Er machte eine Kopfbewegung zum Stargate. „Verschwinden wir hier.“

***



Diesmal nahm John bei seinem abendlichen Lauf mit Ronon eine andere, als seine gewöhnliche Strecke. Sie rannten durch verlassene Korridore, vorbei an dem Labor in dem er und Rodney ihr Antiker-Sims spielten, bis sie bei den noch unerforschten Bereichen der Stadt ankamen.

„Hey, Sheppard.“ Ronon wurde langsamer und joggte schließlich auf der Stelle. „Wir sollten umkehren.“

„Warum?“, fragte John keuchend, blieb stehen und griff nach seiner Wasserflasche. „Wir waren noch nie hier.“

„Eben“, entgegnete Ronon knapp.

Erschöpft wischte sich John den Schweiß von der Stirn. Das Laufen strengte ihn heute mehr an als gewöhnlich, als hätte er Bleigewichte an den Beinen. Den pochenden Kopfschmerz war er seit ihrer Rückkehr von Dune auch nicht mehr losgeworden. Außerdem hatte er größte Probleme genug Luft in seine Lungen zu kriegen. Womöglich brütete er eine Erkältung aus.

Er trank einen Schluck Wasser und sah an Ronon vorbei in den dunklen Korridor, blickte auf verschlossene Türen, die Geheimnisse bargen, die ihn zu locken, zu rufen schienen. Rasch stellte er die Flasche auf den Boden, legte die Hände in einer nachdenklichen Geste auf den Rücken, die Rechte um das Handgelenk der Linken. Seine ‚Grübelpose' wie Lelani es nannte. Langsam ging er ein paar Schritte weiter, in Richtung des Unerforschten, Neuen. Deswegen war er hier, das war seine Aufgabe.

Leise sagte er: „Diese Stadt ist einzigartig und wir wissen viel zu wenig über sie. Ich weiß viel zu wenig. Es gibt noch so viel zu erforschen, zu lernen. Und wir haben so wenig Zeit. Entdeckungen, Wissen, neue Erfahrungen, das hat Priorität, ist wichtiger, als …“ Er rieb sich die plötzlich schmerzende Stirn und schwankte leicht. „Wir müssen uns beeilen.“

„Bist du okay, Sheppard?“ Ronons Finger waren schmerzhaft fest um seinen Oberarm.

„Ja.“ John blinzelte und trat einen Schritt zurück. Was hatte er eben für einen Blödsinn von sich gegeben?

Ronon ließ seine Hand wieder sinken, musterte ihn einen Moment lang abschätzend aus schmalen Augen und deutete dann mit dem Kopf in die Richtung, aus der sie gekommen waren. „Kehren wir um.“

„Okay“, murmelte John und sah sich suchend um. „Meine Wasserflasche …?"

„Hier.“ Ronon hob sie auf und reichte sie ihm.

Dankbar griff er danach und nahm noch einen Schluck. Seine Hände zitterten und ein paar Tropfen rannen ihm über das Kinn. Hastig wischte er sie mit dem Handrücken ab und verschraubte die Flasche dann wieder. Ronon beobachtete ihn die ganze Zeit mit unbewegtem Gesicht.

„Okay.“ John nickte ihm zu. „Wir können.“

„Nach dir, Sheppard“, sagte Ronon knapp. Es klang wie ein Befehl.

„Meinetwegen.“ John zuckte mit den Schultern und joggte los.

Obwohl er heute keineswegs in Bestform war, blieb Ronon auf dem Weg zurück die ganze Zeit ein paar Schritte hinter ihm.

Teil 5

Profile

sinaidas_fancorner: (Default)
sinaidas_fancorner

November 2011

S M T W T F S
  12345
678910 11 12
13141516171819
20212223242526
27282930   

Most Popular Tags

Style Credit

Expand Cut Tags

No cut tags
Page generated Jul. 27th, 2017 08:52 am
Powered by Dreamwidth Studios